Es soll sich zur damaligen Zeit bei einer Treibjagd von Bollemer und Stettener Jägern zugetragen haben, dass bei der ganzen Jagd nur ein Hase geschossen wurde, um dessen Eigentum es dann sehr viel Streit gab. Denn er lag genau auf der Gemarkungsgrenze und man wusste nicht, gehört er „rom“ oder „nom“. Deshalb wurde von neutraler Stelle die Gemarkungsgrenze vermessen und festgestellt: „wir fanden´s nicht toll, der Has lag in Stetten, der Wedel in Boll“. Seit dieser Zeit werden die Bollemer „Hasawedel“ genannt.

„Bollemer Hasawedel“

Den Übernamen der Bollemer, „Hasawedel“, nahm der Narrenverein zum Motto seiner Maskengruppe. Das zentrale Element des Hästrägers ist die Maske, sie zeigt einen Hasenkopf. Das Häs und die Maske sind in den braun melierten Farbtönen eines Feldhasen gehalten. Auf der Brust zeigt das alte Bollemer Wappen die Herkunft der Gruppe. Der Has trägt ein Narrengeschell und als Handschmuck eine Mohrrübe. Auch der „Hasawedel“ ist Bestandteil des Narrenkleides und befindet sich, wie sollte es auch anders sein, am Hinterteil der Jacke.

„Treiber“

Das Häs und die Maske des „Treibers“ stellen einen einfachen Bauernburschen dar. Die Gesichtszüge der Maske sind so geschnitten, dass der Mund zu einem Schrei geformt ist. Als Kopfbedeckung dient ein origineller Schlapphut. In der Hand hält er eine Klappe oder Rätsche, mit der er das Wild aufschreckt.

„Jäger“

Der „Jäger“ stellt eine Figur des oberen Standes dar. Es gibt nur zwei Figuren des Jägers: einen Bollemer Jäger mit einem traurigen Gesichtsausdruck und den Stettener Jäger mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht.

„Zigeunerhochzeit“

Zwei Zigeunersippen, die Roten und die Blauen, sammelten früher für ein Hochzeitsfest bei den Bewohnern von Boll Fleisch und Kraut. Dies wird bis heute im Spiel so praktiziert, nur wurden die Sammelgaben durch Geld ersetzt. Vormittags zum Sammeln treten die Zigeuner noch armselig gekleidet auf, um die Spendierfreudigkeit der Leute zu erhöhen. Danach erscheinen sie festlich gekleidet zum großen Fest. Jede Sippe führt den Bräutigam bzw. die Braut zur Dorfmitte, wo eine lustige Hochzeit mit vielen, heiteren Sprüchen und Einlagen abgehalten wird. In einem großen, bunten Hochzeitszug geht danach die Festgesellschaft zur Hochzeitsfeier in die Halle (früher Gasthäuser). Ein ausgelassenes Fest mit Brautentführungen durch alle Lokale des Ortes schließt sich an.

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Andre Goeckel