Ein Teil des Fasnetsbrauchtums in Bisingen war der Hexenglaube des 18./19. Jahrhunderts. Hier spielte das „Wedelweible“ eine große Rolle. Dies war nämlich eine Art Hexe, die vor allem Kinder holte und ins „Kirchhölzle“, einem Waldteil zwischen Bisingen und Engstlatt, verschleppte. Der Sage nach regiert hier die Hexe heute noch.

„Bisinger Hexe“

Die ersten „Bisinger Hexen“ erschienen 1956, die so genannten „Urhexen“. Aus anfänglich rot-schwarz kombinierten Altweiberkleidern, Gummimasken, Besen und Strohschuhen entwickelte sich sehr schnell ein einheitliches Hexenhäs. Im Laufe der Zeit erschienen auch die ersten Holzmasken. Oskar Fecker aus Steinhofen fand eine alte Maske aus dem Jahre 1864 und

entwickelte daraus die Maske der Bisinger Hexe.

Eine Maske mit ausgeprägter, großer Hakennase und einem breiten Mund mit Lückengebiss. Am Kinn, das stark vorsteht, befindet sich eine große schwarze Warze und die tiefliegenden Augen sind von stark ausgeprägten Augenbrauen überschattet. Über der Stirn zeigt sich ein schwarzer Haaransatz, an dem ein rotes Kopftuch befestigt ist. Eine rote Mantille trägt auf dem Rücken das Bisinger Wappen. Unter dem schwarzen Rock und dem roten Schurz zeigt die Hexe gerne ihre elegante „Stehbrunzhose“. Vervollständigt wird die Gestalt durch einen übergroßen Hexenbesen.

„Schlössleteufel“

Eine der ältesten Sagenfiguren Bisingens stellt der „Schlössleteufel“ innerhalb der Bisinger Hexengruppe dar. Ausgehend von der Legende um den Schlösslesschatz auf der Burg Rohr, die heute noch als Ruine erkennbar ist, den dieser Teufel bewachte, entstand diese Einzelfigur. Nach der Sage sitzt der Schlössleteufel auf einem Mühlenstein, der an einem Rosshaar befestigt ist und über dem Schlösslesschatz hängt. Versucht nun jemand diesen Schatz zu entwenden, zwickt der Teufel mit der Schere das Rosshaar durch, um den Dieb mit dem Mühlstein zu erschlagen.

Die Maske zeigt das etwas höllenverbrannte Gesicht des Teufels mit seinem diabolischen Grinsen, das er kurz vor dem Abschneiden des Mühlsteins besessen haben soll. Der Kopfschmuck ist aus schwarzem Fell, seitlich mit Rosshaar besetzt, ganz nach Art des Belzebub. Die rot behandschuhten Hände halten einen Rossschwanz, mit dem der Schlössleteufel die Hexen antreibt. Die Weste zeigt, aufgestickt auf dem Rückenteil, die Szenerie der nächtlichen Schatzsuche auf der Burg „Rohr“.

Die Aufgaben der Fasnetsfigur sind das Zusammenhalten, Antreiben und Überwachen der Hexengruppe während eines Narrenumzuges.

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Christoph Mayer