„Hagaverschrecker“

Auf der Suche nach einem geeigneten Motiv zur Schaffung einer Fasnetsfigur sind die Stettener Narren auf jenes Missgeschick gestoßen, dem die Stettener ihren Spitznamen „Hagaverschrecker“ verdanken.

Vor vielen Jahren hatten die Stettener in ihrem gemeindeeigenen Hagenstall einen wertvollen, aber leider wilden und bösen „Haga“ (Bullen) stehen. Dieser war ob seiner Wildheit für seine männlichen Pflichten nicht mehr zu gebrauchen. Die damaligen Gemeindeväter berieten sich in einer Sitzung auf dem Rathaus und entschieden, dass der „Haga“ zum Zwecke der Zähmung und zur Erweckung von Angstgefühlen mit einem lauten Schuss aus einem Vorderlader „erschreck“ werden soll. Der Beschluss wurde dann auch vom Dorfbüttel ausgeführt mit dem traurigen Ergebnis, dass der Haga auf der Stelle tot umfiel. Ob derselbe nun vor Schreck zu Tode kam, oder ob er versehentlich erschossen wurde, konnte bis dato nicht ergründet werden.

Die Narrenfigur stellt ein Wesen halb Mensch, halb Tier dar, den „Hagama“. Jede Maske ist in ihrer Art verschieden gearbeitet.

Der „Hagafutterer“

Diese Einzelfigur verkörpert den Mann, der für die Betreuung der „Haga“ zuständig war. Die Maske zeigt die Züge des letzten „Hagafutterers“ in Stetten, etwas derb und ernst dreinschauend.

Der „Büttel“

Der „Büttel“ hatte Polizeigewalt im Dorf. In diesem Fall war er auch für das bereits geschilderte „Missgeschick“ mit dem „Hagaverschrecken“ verantwortlich.

Die Narrenfigur stellt eine gepflegte und gut genährte Persönlichkeit dar, die von der Bürgerschaft auch hin und wieder mit Getränk und Essen „geschmiert“ wurde.

Das „Gnadenthaler Kräuterweible“

Im Kloster Gnadenthal in Stetten lebten Schwestern des Dominikaner-Ordens. Im Zuge der Säkularisation 1801 wurde das Kloster aufgehoben und den 28 Schwestern freigestellt, sich vom Konvent zu befreien oder in Klausur zu bleiben. Alle bis auf eine ließen sich befreien. Um ihren kärglichen Unterhalt aufzustocken, pflanzten sie im Klostergarten verschiedene Kräuter an, aus denen sie Liköre, Heilsalben und Medikamente herstellten. 1898 brannte das Klostergebäude ab.

Die „Kräuterweible“ werden von Frauen dargestellt, die ohne Maske auftreten und aus ihren Körben Kräuterbonbons, Likör, Teebeutel und weiteres verteilen.

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